Willkommen
auf der Lit-site von
Duanna Mund
selbstermächtigte Schriftstellerin
Verdichtetes für ein Leben auf Augenhöhe mit allen Lebensformen dieses Planeten
am Beginn
wechselnde Wortspenden an die Menschheit
Mache mit ihnen, was du willst, aber lasse sie bitte in meiner Urheberschaft.
im Garten steht so einer
wie ich
nachts …
höre ich ihn
wie er ächzt
vor lauter Fruchten
als es begann mit ihm
- scheint´s
als wär´s gestern -
sang er Zauber
aus blühender Krone
trunken im Nektar
der kam
wieder ging
und wo er besucht
wuchsen ihm harte
kleine
aber schon Hoffnung
auf reichen Ertrag
jetzt trotzt er
und krallt in der Dürre
schief geneigt
unter eigener Last
schwitzt
sein Innen
nach außen
und nachts …
höre ich uns
wie wir ächzen
vor lauter Fruchten
und was uns zu viel
des Guten
neigt schon zu Boden
fällt
ehe es reif
der Schwerkraft anheim
kocht
da unten
im eigenen Saft …
aber krank sind wir nicht
keine Angst
du und ich
zu reif zwar
und ...
bedeutungsschwanger
und Fallobst
tränkt
unsre Wurzeln
______________
Küsse die Muse!
Wir Bücher sind Lebewesen, voller Ideen, Esprit und Elan. Als fertig entlassen stehen wir in den Regalen, die Wachgeküssten ebenso wie die
Ungelesenen. Mit dem Rücken zum Raum bewahren wir unsere Botschaften wie die Inschriften vorkeltischer Heiligtümer, an die nicht sichtbaren Seiten der Wände gemalt. Wir sprechen nur zu denen, die
uns aufschlagen und zugeben, nicht wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Unser Angebot ist ein Außerhalb, ein zweiter Ort, der den ersten, den offensichtlichen
herausfordert, indem er seine Alleinherrschaft bricht.
Die wertvollsten unter uns mögen jene sein, die niemand braucht und deshalb frei von Wertung, Einordnung und Zweck sind; die Unangepassten,
Wiederständigen, deren Sehnsucht zwar schmerzt aber doch nicht genug, um zu brechen. Solange sie ungenutzt bleiben, wächst ihr Potential. Weil sie sich in keinem Gegenüber spiegeln, gewinnen sie
mit jedem Tag der Unaufmerksamkeit, der Abkehr und Ignoranz neue Kraft. Sie entgehen der Regulierung durch monetäre und geistliche Instanzen und der Gleichschaltung mit dem Zeitgeist. Welch ein
Glück, ist doch platte Wiederholung der Feind der Literatur. Unverfälscht geben sie Zeugnis vom Ursprung der Intuition. Und dennoch – auch als seelischer Fingerabdruck der Autorin* warten sie,
wie jede Idee im geistigen Gefüge, auf eine gegenpolige Neugierde. Wir Bücher sind Lebewesen und alles, was lebt, ist Beziehung.
Selbst wenn wir ewig für uns bleiben, mit der Öffnung zur Wand, Buchstaben zu Staub zerfallen, sind wir eingeschrieben in das Ganze und gehen den Weg allen Seins. – Ein Schicksal, das
mir nicht beschieden, denn dein Kuss, gerade eben, hat mich erlöst. Jetzt bin ich menschlich.
* Generisches Femininum